Trading-Prompts können dir dabei helfen, Marktanalysen strukturierter durchzuführen, verschiedene Szenarien zu prüfen und wiederkehrende Aufgaben beim Trading schneller zu bearbeiten. Statt jede Analyse von Grund auf neu aufzubauen, kannst du ChatGPT, Claude und andere KI-Tools gezielt mit klaren Anweisungen unterstützen.
Ob Aktien, Kryptowährungen, Forex, Rohstoffe oder Indizes: Die richtigen Prompts können dir dabei helfen, technische Daten zu strukturieren, Trading-Setups zu analysieren und mögliche Chancen und Risiken übersichtlicher darzustellen. Wichtig ist dabei: Eine KI liefert dir keine sicheren Handelssignale und kann die eigene Prüfung eines Trades nicht ersetzen.
In diesem Beitrag findest du 10 praktische Trading-Prompts für ChatGPT & Co., die du direkt ausprobieren und an deine eigene Strategie anpassen kannst.
Deine 10 besten Trading-Prompts
Hier findest du die 10 besten Trading-Prompts für ChatGPT & Co., die dir dabei helfen, Marktanalysen zu strukturieren, Trading-Setups zu prüfen und verschiedene Szenarien systematisch zu betrachten. Jeden Prompt kannst du an dein Asset, deinen Timeframe und deine eigene Trading-Strategie anpassen.
So kannst du den Prompt verwenden:
In den Trading-Prompts findest du verschiedene Angaben in eckigen Klammern. Diese Platzhalter ersetzt du jeweils durch deine eigenen Werte oder Informationen.
[Asset]
Der Handelswert, den du analysieren möchtest.
Beispiele: Bitcoin, Nvidia, DAX, Gold oder EUR/USD
[Timeframe]
Der Zeitraum, den du für die Analyse betrachten möchtest.
Beispiele: 15 Minuten, 1 Stunde, 4 Stunden oder Daily
[Betrag]
Dein verfügbares Trading-Kapital.
Beispiel: 10.000 €
[Prozent]
Der maximale Anteil deines Trading-Kapitals, den du bei einem Trade riskieren möchtest.
Beispiel: 1 %
[Entry]
Der geplante oder angenommene Einstiegskurs.
Beispiel: 115 €
[Stop-Loss]
Der Kurs, bei dem die Position bei einem festgelegten Verlust geschlossen werden soll.
Beispiel: 110 €
[Take-Profit]
Der geplante Kurs oder Kursbereich, bei dem Gewinne mitgenommen werden sollen.
Beispiel: 125 €
[Beschreibung des Trades oder der Situation]
Hier beschreibst du kurz die Trading-Situation, die du von der KI analysieren lassen möchtest. Das kann beispielsweise ein abgeschlossener Trade, eine verpasste Einstiegschance oder eine emotionale Reaktion auf einen Kursverlust sein.
Je genauer deine Angaben sind, desto besser kann die KI die gewünschte Analyse auf deine konkrete Situation ausrichten.
1. Der All-in-One Analyse Prompt
👉„Analysiere [Asset] auf dem [Timeframe] basierend auf RSI, MACD und EMA. Bestimme den aktuellen Trend und das Momentum und identifiziere wichtige Support- und Resistance-Zonen sowie mögliche Entry-Zonen. Erläutere deine Einschätzung nachvollziehbar und nenne auch Faktoren, die gegen das jeweilige Szenario sprechen. Gib keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung ab, sondern stelle mögliche Szenarien und deren Chancen und Risiken dar.“
Dieser Prompt ist dein Schweizer Taschenmesser. Er kombiniert mehrere Indikatoren und gibt dir einen schnellen Überblick über die aktuelle Marktlage. Ideal, wenn du verschiedene Faktoren auf einmal betrachten und mögliche Trading-Szenarien einschätzen möchtest.
2. Trend-Check Prompt
👉„Analysiere [Asset] auf dem [Timeframe] und bewerte, ob aktuell ein bullischer, bärischer oder neutraler Trend vorliegt. Berücksichtige dabei RSI, MACD, EMA sowie die Kursentwicklung und wichtige Support- und Resistance-Zonen. Beschreibe, welche Signale für den aktuellen Trend sprechen und welche dagegen. Nenne anschließend mögliche Szenarien für eine Fortsetzung oder Umkehr des Trends.“
Hier bekommst du eine strukturierte Einschätzung der aktuellen Trendrichtung. Der Prompt hilft dir dabei, die verschiedenen Signale einzuordnen und mögliche Szenarien für eine Fortsetzung oder Umkehr des Trends zu erkennen.
3. Support & Resistance Finder
👉„Identifiziere für [Asset] auf dem [Timeframe] die wichtigsten Support- und Resistance-Zonen. Berücksichtige dabei frühere Hochs und Tiefs, markante Kursbereiche sowie – sofern entsprechende Daten vorliegen – Volumen und relevante technische Indikatoren. Erkläre, warum die jeweiligen Zonen wichtig sind und welche Reaktionen des Kurses dort möglich wären. Nenne sowohl ein Szenario bei einem Ausbruch als auch bei einer Ablehnung an der jeweiligen Zone.“
Support und Resistance sind wichtige Orientierungspunkte bei der technischen Analyse. Dieser Prompt hilft dir dabei, relevante Preiszonen zu identifizieren und mögliche Reaktionen des Kurses an diesen Bereichen zu betrachten.
4. Pro-Level Trading Setup Prompt
👉 „Erstelle für [Asset] auf dem [Timeframe] ein mögliches Trading-Setup auf Basis der aktuellen technischen Situation. Berücksichtige Trend, Momentum, Support- und Resistance-Zonen sowie RSI, MACD und EMA. Beschreibe mögliche Entry-Bereiche, einen sinnvollen Stop-Loss und mögliche Take-Profit-Zonen. Gib außerdem das erwartete Chance-Risiko-Verhältnis an und nenne die Bedingungen, unter denen das Setup nicht mehr gültig wäre. Stelle das Ergebnis als Szenario dar und nicht als konkrete Kauf- oder Verkaufsempfehlung.“
Dieser Prompt geht einen Schritt weiter als eine reine Analyse. Er hilft dir dabei, aus der aktuellen Marktsituation ein strukturiertes Trading-Szenario mit möglichen Entry-, Stop-Loss- und Take-Profit-Bereichen zu entwickeln..
5. Risiko-Management Prompt
👉„Berechne anhand eines verfügbaren Trading-Kapitals von [Betrag] und einem maximalen Risiko von [Prozent] pro Trade, wie groß die mögliche Positionsgröße für [Asset] sein könnte. Berücksichtige dabei einen möglichen Einstieg bei [Entry] und einen Stop-Loss bei [Stop-Loss]. Zeige den maximalen möglichen Verlust in Euro sowie das Verhältnis zwischen Risiko und möglichem Gewinn. Erkläre die Berechnung nachvollziehbar und weise auf mögliche Risiken und Annahmen hin.“
Schlechtes Risiko-Management kann beim Trading genauso problematisch sein wie ein schlechter Trade. Dieser Prompt hilft dir dabei, dein Risiko im Blick zu behalten und Positionsgröße, möglichen Verlust und Chance-Risiko-Verhältnis besser einzuschätzen.
6. Scalping Prompt
👉 „Analysiere [Asset] auf einem kurzfristigen Timeframe und prüfe, ob sich daraus ein mögliches Scalping-Setup ableiten lässt. Berücksichtige kurzfristigen Trend, Momentum, Volatilität, RSI, MACD sowie wichtige Support- und Resistance-Zonen. Beschreibe mögliche Entry- und Exit-Bereiche, einen passenden Stop-Loss und mögliche Take-Profit-Ziele. Nenne außerdem die Bedingungen, unter denen das Setup nicht mehr sinnvoll wäre, und weise auf besondere Risiken beim kurzfristigen Trading hin.“
Wenn du kurzfristig handelst, ist dieser Prompt besonders interessant. Er konzentriert sich auf kurzfristige Trends, Momentum und Volatilität und hilft dir dabei, mögliche Scalping-Szenarien strukturierter zu betrachten.
7. Marktprognose Prompt
👉 „Analysiere [Asset] und entwickle auf Basis der verfügbaren Marktdaten drei mögliche Szenarien für die weitere Kursentwicklung: bullish, bearish und neutral. Berücksichtige dabei den übergeordneten Trend, Momentum, RSI, MACD, EMA sowie wichtige Support- und Resistance-Zonen. Beschreibe für jedes Szenario die wichtigsten Auslöser und mögliche Kursbereiche. Gib anschließend an, welche Informationen oder Entwicklungen die jeweilige Einschätzung verändern könnten. Weise ausdrücklich darauf hin, dass es sich um Szenarien und nicht um eine verlässliche Kursprognose handelt.“
Dieser Prompt hilft dir, mögliche Szenarien für die weitere Kursentwicklung zu betrachten. Wichtig: Nutze ihn als Ergänzung zu deiner eigenen Analyse und nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage.
8. Fehleranalyse Prompt
👉 „Analysiere folgenden abgeschlossenen Trade: [Asset], [Einstieg], [Stop-Loss], [Take-Profit], [Ausstieg] und [Ergebnis]. Prüfe anhand meiner ursprünglichen Trading-Idee, ob der Trade technisch und vom Risikomanagement her nachvollziehbar war. Identifiziere mögliche Fehler bei Einstieg, Positionsgröße, Stop-Loss, Take-Profit oder Timing und unterscheide zwischen einem schlecht ausgeführten Trade und einem Trade, der trotz einer nachvollziehbaren Strategie einfach nicht aufgegangen ist. Gib mir anschließend konkrete Punkte, die ich bei zukünftigen Trades überprüfen sollte.“
Hier geht es nicht nur darum, ob ein Trade gewonnen oder verloren wurde. Der Prompt hilft dir dabei, deine Entscheidung im Nachhinein zu analysieren und mögliche Fehler bei Einstieg, Risiko-Management oder Timing zu erkennen.
9. Strategie-Builder Prompt
👉 „Entwickle für [Asset] und den [Timeframe] eine klare, regelbasierte Trading-Strategie. Definiere die Voraussetzungen für einen möglichen Einstieg, geeignete technische Indikatoren, Stop-Loss- und Take-Profit-Regeln sowie das maximale Risiko pro Trade. Beschreibe außerdem, wann kein Trade eingegangen werden sollte und unter welchen Bedingungen die Strategie nicht mehr gültig ist. Formuliere alle Regeln so konkret, dass die Strategie anschließend anhand historischer Kursdaten getestet und ausgewertet werden kann. Weise darauf hin, dass eine solche Strategie keine garantierten Gewinne liefert.“
Wenn du noch kein klares Trading-System hast, kann dieser Prompt ein guter Ausgangspunkt sein. Er hilft dir dabei, eine regelbasierte Strategie zu entwickeln, die du anschließend anhand historischer Kursdaten testen und weiter verbessern kannst.
10. Psychologie Prompt
👉 „Analysiere folgende Trading-Situation: [Beschreibung des Trades oder der Situation]. Identifiziere mögliche emotionale oder psychologische Faktoren wie FOMO, Angst vor Verlusten, Gier, Ungeduld oder das Bedürfnis, Verluste schnell wieder auszugleichen. Prüfe außerdem, ob meine Entscheidungen von meiner vorher festgelegten Trading-Strategie und meinem Risikomanagement abgewichen sind. Zeige mir anschließend konkrete Fragen oder Regeln, mit denen ich ähnliche Situationen bei zukünftigen Trades besser erkennen und vermeiden kann.“
Trading ist zu einem großen Teil Mindset. Dieser Prompt hilft dir dabei, emotionale Faktoren wie FOMO, Ungeduld oder Panikverkäufe zu erkennen und dein eigenes Verhalten beim Trading kritisch zu hinterfragen.
Die besten Tools für Trading-Prompts
Die vorgestellten Trading-Prompts sind nicht ausschließlich auf ChatGPT beschränkt. Je nach KI-Tool können sich die Antworten, Analysefähigkeiten und Möglichkeiten zur Verarbeitung von Daten unterscheiden. Die Prompts lassen sich deshalb grundsätzlich auch mit anderen KI-Assistenten verwenden.
1. ChatGPT
ChatGPT eignet sich gut, um Trading-Ideen zu strukturieren, technische Analysen anhand bereitgestellter Daten durchzugehen und Trading-Strategien oder Checklisten zu entwickeln. Besonders hilfreich sind klare Prompts mit Angaben zu Asset, Timeframe und den gewünschten Analysepunkten.
2. Claude
Auch Claude kann für Trading-Prompts eingesetzt werden und eignet sich insbesondere für ausführliche Analysen und die strukturierte Auswertung von Informationen. Die in diesem Artikel vorgestellten Prompts kannst du grundsätzlich auch in Claude verwenden und bei Bedarf an das jeweilige Modell anpassen.
3. Google Gemini
Gemini kann ebenfalls genutzt werden, um Trading-Fragestellungen zu strukturieren, Marktinformationen auszuwerten oder verschiedene Szenarien gegenüberzustellen. Wie bei anderen KI-Tools solltest du die verwendeten Daten und Ergebnisse kritisch überprüfen.
4. Perplexity AI
Perplexity ist besonders interessant, wenn bei einer Recherche aktuelle Quellen und Informationen eine Rolle spielen. Für Trading-Prompts kann es beispielsweise genutzt werden, um Hintergrundinformationen zu einem Unternehmen, einem Markt oder einem bestimmten Asset zusammenzutragen.
5. Microsoft Copilot
Auch Microsoft Copilot kann für verschiedene Trading-Prompts eingesetzt werden. Je nach Aufgabe kann es beispielsweise bei der Strukturierung von Analysen, der Aufbereitung von Informationen oder der Entwicklung von Trading-Checklisten unterstützen.
Wichtig bei allen KI-Tools
Egal ob du ChatGPT, Claude, Gemini, Perplexity oder Copilot verwendest: Eine KI liefert dir keine Garantie für die zukünftige Entwicklung eines Marktes. Prüfe verwendete Kursdaten, Quellen und Analyseergebnisse immer selbst und triff Handelsentscheidungen nicht allein auf Grundlage einer KI-Antwort.
Der perfekte Workflow
SEin guter Trading-Prompt ist nur so hilfreich wie die Informationen, die du der KI zur Verfügung stellst. Je konkreter deine Angaben sind, desto besser kann die KI die gewünschte Analyse strukturieren.
1. Asset und Timeframe angeben
Nenne zunächst das Asset, das du analysieren möchtest, und den gewünschten Timeframe. Statt lediglich „Analysiere Bitcoin“ zu schreiben, ist beispielsweise „Analysiere Bitcoin auf dem 4-Stunden-Chart“ deutlich konkreter.
2. Die verfügbaren Daten bereitstellen
Eine KI kann nur mit den Daten arbeiten, die ihr zur Verfügung stehen. Wenn du aktuelle Kursdaten, einen Chart oder andere relevante Informationen verwendest, solltest du darauf achten, dass diese möglichst vollständig und aktuell sind.
3. Eine konkrete Aufgabe formulieren
Stelle nicht mehrere völlig unterschiedliche Fragen in einen einzigen Prompt. Beschreibe möglichst genau, welche Analyse du möchtest – beispielsweise einen Trend-Check, die Analyse von Support- und Resistance-Zonen oder die Überprüfung eines bestehenden Trading-Setups.
4. Szenarien statt sichere Vorhersagen verlangen
Gerade beim Trading solltest du die KI nicht einfach nach dem „richtigen“ nächsten Kurs fragen. Sinnvoller ist es, mehrere mögliche Szenarien zu betrachten und die jeweiligen Voraussetzungen dafür zu analysieren.
5. Ergebnisse selbst überprüfen
KI-Antworten können Fehler enthalten oder auf unvollständigen Informationen beruhen. Überprüfe deshalb technische Daten, Quellen und Berechnungen selbst. Eine KI sollte beim Trading als Werkzeug zur Analyse und Strukturierung dienen – nicht als Ersatz für deine eigene Entscheidung.
Ein sinnvoller Ablauf
Daten sammeln → Trading-Prompt formulieren → KI-Analyse durchführen → Chart und Daten selbst prüfen → Szenarien und Risiko bewerten → eigene Entscheidung treffen
So wird die KI nicht zum automatischen Handelssystem, sondern zu einem Werkzeug, das dich bei der strukturierten Vorbereitung und Nachbereitung eines Trades unterstützen kann.
Warum diese Prompts dich beim Trading unterstützen können
Trading-Prompts helfen dir vor allem dabei, wiederkehrende Analysen zu strukturieren und verschiedene Faktoren systematisch zu betrachten. Je nach Prompt kannst du beispielsweise Trend, Momentum, technische Indikatoren, Support- und Resistance-Zonen oder das Risiko eines Trades gezielt untersuchen.
Der größte Vorteil liegt dabei nicht darin, dass eine KI dir sagt, was du kaufen oder verkaufen solltest. Sie kann vielmehr dabei helfen, Informationen zu strukturieren, verschiedene Szenarien zu betrachten und deine eigene Analyse konsequenter durchzuführen.
Image Credit / Bildquelle: KI-generierte Grafik
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